Ernährungsmythen aus ayurvedischer Sicht

Ernährungsmythen aus ayurvedischer Sicht | Ayurveda Parkschlösschen Health Blog

Während sich die Ernährungsempfehlungen der WHO für die westliche Welt regelmäßig verändern, bestehen die traditionellen ayurvedischen Empfehlungen seit jeher unverändert und bewähren sich durch ihren ganzheitlichen Ansatz für immer mehr Menschen auf der ganzen Welt.

Wir haben einige „Ernährungsmythen“ für Sie gesammelt und erläutern sie im Folgenden aus der ayurvedischen Sicht.

Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit am Tag

Anders als durch die alte Redensart bekannt, soll das Frühstück laut Ayurveda nicht zu sehr belasten. „Morgens wie ein Kaiser…“ trifft somit nicht auf die ayurvedische Lehre zu. Die Hauptmahlzeit sollte unbedingt in der Mittagszeit zwischen 12 und 14 Uhr (Pitta-Zeit) eingenommen werden, da hier das Verdauungsfeuer Agni am stärksten ist. Wer am Vortag ein üppiges Abendessen hatte, sollte den Tag am besten ganz ohne feste Nahrung beginnen und nur auf ein heißes Getränk zurückgreifen. Dadurch kann das Verdauungssystem die Nahrung, die nachts nur halb verdaut wurde, fertig verarbeiten.

Eine gekochte und warme Mahlzeit am Tag muss sein

Laut Ayurveda ist gekochtes und warmes Essen leichter verdaulich. Es ist fast zweitrangig, was gegessen wird, ob es gut verstoffwechselt werden kann zählt – und je leichter die Nahrung verdaut wird, umso weniger Energie muss vom Körper aufgewendet werden. Somit ist es wahrscheinlicher, dass die Nahrung komplett verstoffwechselt wird und keine Stoffwechselabfallprodukte (Ama) übrig bleiben, wie so oft nach schwerem oder üppigem Essen. Zudem bleibt mehr Energie für weitere wichtige Funktionen des Körpers, wie z.B. die Zellregeneration. Generell kann der Körper aus gekochten Mahlzeiten wesentlich einfacher die wichtigen Körperbausteine aufnehmen. Und wenn Sie sich um Vitaminverlust durch das Erhitzen sorgen: Essen Sie frisches Obst als Zwischenmahlzeit oder einen Salat zum Mittagessen. Idealerweise empfiehlt der Ayurveda also nicht nur eine warme Mahlzeit am Tag, sondern mindestens zwei oder sogar alle drei.

Abends essen macht dick

Anknüpfend an den vorigen Mythos, gilt das gekochte und warme Essen vor allem für das Abendessen, wenn die Verdauung nur noch reduziert arbeitet. Schwerverdauliches und Kaltes (wie Rohkost) werden schlecht oder gar nicht verstoffwechselt und belasten somit den gesamten Organismus. Als Folge kann es zu Blähungen, Schweregefühl und Unwohlsein kommen. Dementsprechend empfiehlt der Ayurveda abends ein warmes Gemüsegericht oder eine leichte Suppe. Je später das Abendessen verzehrt wird, umso leichter sollte die Mahlzeit sein.

5 kleine Mahlzeiten sind besser als 3 große

Im Ayurveda hängt alles von den drei Grundenergien ab, den Doshas Vata, Pitta und Kapha. Jeder Mensch hat eine individuelle Zusammensetzung und dementsprechend auch eine unterschiedliche Verdauungskraft. Die idealen Portionen hängen also davon ab, wie viel der einzelne verdauen kann. Empfohlen wird, den Magen nur zu 2/3 zu füllen, so bleibt man nach der Mahlzeit voller Energie, statt sich müde und aufgebläht zu fühlen.
Zudem empfiehlt der Ayurveda erst eine neue Nahrungsaufnahme, wenn die alte bereits verdaut ist – das erkennt man daran, dass man deutlich Hunger verspürt. Und da dies bei jedem nach Verdauungskraft unterschiedlich ist, ist es weder ratsam, 5 kleine Mahlzeiten, noch 3 große zu sich zu nehmen. Der Trick besteht darin, sich selbst, seine Verdauung und seinen Hunger so gut zu beobachten, dass man selbst merkt, wie viel und wie oft der Körper Nachschub benötigt.
Dem natürlichen Biorhythmus entsprechend empfiehlt es sich, ein leichtes Frühstück zwischen 7 und 9 Uhr, mittags die Hauptmahlzeit und zwischen 18 und 19 Uhr ein leichtes Abendessen einzunehmen und mengenmäßig auf den Körper zu hören, damit man sich nie überisst. Zwischen 15 und 17 Uhr kann evtl. eine kleine Zwischenmahlzeit zu sich genommen werden, jedoch nur, wenn es wirklich aus Hunger geschieht.

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Kategorie Basics, Ernährung
Vanita Kansal

Frau Kansal schloss ihr 6-jähriges Ayurveda Studium in Indien im Jahr 2006 ab. Anschließend war sie als Dozentin tätig und arbeitete bis 2007 als Ayurveda Medizinerin in indischen Ayurveda Krankenhäusern. 2008 kam sie nach Deutschland und absolvierte im Jahr 2016 ihre Ausbildung zur Heilpraktikerin. Seit 2012 ist Frau Kansal im Ayurveda Parkschlösschen tätig. Intensive Sanskrit- und Yogastudien verleihen ihr ein tiefes ayurvedisches Wissen.

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